Kinder, wie die Zeit vergeht -
B.I.T. feierte 20jähriges Bestehen im kleineren Rahmen
(27.06.2010)

Am 11. Juni 1990 dachte sicher keines der 30 Gründungsmitglieder des Vereins "Bürger-Initiative Teltow e.V." - die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte sogar erst 1992 - im Traum daran, dass die B.I.T.  e.V. einen zwanzigsten Geburtstag und damit ihre Volljährigkeit tatsächlich feiern würde. Und nun ? –
Am 26. Juni 2010 trafen sich auf Einladung des derzeitigen Vorstandes Ehemalige und Aktive mit und ohne Familie an der Wirkungsstätte des Existensbeginns dieser Teltower Wählergemeinschaft, der Siedlungskirche. Wie alles begann, welche Erfolge und Misserfolge der Wählergemeinschaft in ihrer 20jährigen Geschichte wiederfuhren und welche bis heute nicht gelösten Probleme, die schon in den 90igern akut waren, wie z.B. das Verkehrschaos, das ungezügelte Bauen von Gewerbeansiedlungen und Wohnquartieren mit ihren unseligen Auswirkungen auf Natur und Umwelt, die bis heute nicht erreichte harmonische Ortsentwicklung in einer ganzen Region, uns nach wie vor beschäftigen - darüber wurde bereits zum 15. Jahrestag 2005 ausführlich bzw. wird fortlaufend in einem aktuell erarbeiteten historischen Jahres-Überblick an anderer Stelle berichtet.  


Der Einladung der Vorsitzenden folgten etwa 30 ehemalige und aktive Mitglieder und Freunde der B.I.T., die zum Teil sowohl an der Gründungsversammlung teilnahmen und auch heute noch ebenso aktiv sind wie die derzeitige Vorsitzende, Dr. Carola Fanter. Dazu zählen u.a. auch die langjährigen Weggefährten, die als Stadtverordnete, Kreistagsabgeordnete und Vorstandsmitglieder in der ersten Reihe ihre Frau bzw. ihren Mann standen oder als treue Mitglieder ihren Beitrag an den Erfolgen der B.I.T. leisteten. So konnte in der letzten Kommunalwahl 2008 auch wieder eine deutliche Steigerung im Wählerpotenzial um 4 % gegenüber 2003 verbucht werden.
Zu diesen anwesenden Aktivisten zählten neben den beiden Ehrenmitgliedern Karola Graumann und Helga Meister die Abgeordneten des ersten frei gewählten Teltower Parlamentes, der spätere Bürgermeister Siegfried Kluge und der erste Kreistagsabgeordnete Jürgen Rambusch. Anwesend waren auch die in den Folgejahren aktiven Kreistagsabgeordneten Peter Muggelberg (1998 - 2003) und Dr. Detlef Fanter (seit 2008). Wenn teilweise auch nur kurze Zeit, ließen es sich die Gründungsmitglieder Ute Bindemann, Werner Busold und Dr. Eckhard Görnitz sowie das langjährige B.I.T.-Mitglied Rosemarie Schröder nicht nehmen, der B.I.T. ebenfalls ihre Aufwartung zu machen. Anwesend waren auch das Vorstandsmitglied Michael Müller sowie die IGeL-Vorsitzenden Dr. Gotthard Kudek und Dr. Michael Gericke.
Als Gast nahm an dem Treffen das Mitglied der befreundeten BI aus Kleinmachnow (BiK), Karl-Peter Weis, teil und überbrachte deren herzliche Grüße.    

Leider konnten oder wollten etliche Aktivisten der ersten Stunde und auch spätere Vorstandsmitglieder aus Krankheits- oder persönlichen Gründen bzw. anderweitigen Verpflichtungen nicht an der sehr harmonisch verlaufenden Veranstaltung, die diesmal jedoch bewusst keinen spektakulären Aufwand vorsah, teilnehmen, wie z.B.
die langjährigen (Gründungs-) Mitglieder Peter Jaeckel, Enrico Roesler, Karl-Heinz Beda, Friedrich Prause, Jörg Breitsprecher, Manfred Uhlig, Martin Bindemann, Helmut Tietz und Eberhard Adenstedt.
Auch der eigentliche Gründer der B.I.T., Klaus Krämer, der aus beruflichen Gründen seit einigen Jahren in Russland tätig ist, konnte an der Veranstaltung nicht teilnehmen, da kein vernünftiger Flug zu buchen war. Er sandte an die Veranstaltung allerdings eine sehr nette E-Mail, die die Vorsitzende vor den Teilnehmern verlas:

Liebe Freunde,
leider muss ich meine Teilnahme absagen. Es ist einfach kein Flug zu bekommen, der mit meiner Planung zusammenpasst. Hier in Moskau ist derzeitig Oil&Gas-Messe und alle streben am Freitagabend oder Samstag zurueck nach Westen. Die einzige sich mir bietende Moeglichkeit war Samstagabend nach Berlin und Sonntag morgens zurueck. Und auch das zu einem unverstaendlichen Preis. Es tut mir leid, aber wir muessen das Treffen auf den 25. Jahrestag verschieben und auch das ist nicht in allzu weiter Ferne.
Ich hatte mich schon sehr auf die Fete gefreut, da es eine gute Gelegenheit waere, alle, oder fast alle, zu treffen und nicht jeden einzeln aufzusuchen und um den lebendigen "Totgesagten" zu gratulieren. Auch wenn ich mich weit von den politischen Themen entfernt habe, hoere ich doch immer wieder mit Freuden, dass unsere damalige Entscheidung, die BIT zu gruenden und sich einzumischen, richtig war fuer Teltow und auch fuer uns. Zumindest ich habe fuer mich selbst die Erfahrung gesammelt, dass der Sprung ins Wasser die beste Therapie war, um sich fuer das neue Leben zu wappnen.

Wenn ich heute an die Anfaenge zurueck denke und das tut man schliesslich an so einem Tage auch, so war es schon eine verrueckte, spannende und praegende Zeit. Wobei Ute (Bindemann) ein gehoeriger Anteil an dem Startschuss gehoert, denn es war Deine Kirche und Dein Druck, der die Quantitaet in eine neue Qualitaet verwandelte. Lass Dich von Ferne umarmen. Irgend wann lernten wir dann Demokratie zu leben und zu arbeiten. Ganz besondere Hochachtung geniessen in diesem Zusammenhang vor allem auch diejenigen, die in der SVV und auch in der Verwaltung als Stadtraete Ihre Frau oder Mann standen.

Gut, ich kenne nun keinen, der aus unseren Kreisen Kanzler geworden ist, aber Buergermeister, Parteivorsitzender der SPD und andere Karrieren haben wir erlebt. Schliesslich waren auch Frau Birthler und Frau Antje Vollmer, die spaetere Vizepraesidentin des Bundestages auf unserer Wahlveranstaltung. Nicht zu vergessen Rainer Eppelmann, der es in der Regierung de Maiziere zum Minister fuer Abruestung und Verteidigung gebracht hatte, hat uns unterstuetzt und den Teltowern gemeinsam mit der BIT Rede und Anwort gestanden. Und damit haben wir dann den Bogen zur jetzigen Kanzlerin, denn sie war Mitglied des Demokratischen Aufbruchs wie Eppelmann und ausserdem Regierungssprecherin in der letzten DDR-Regierung. Also ganz nah bei der BIT der 90-ziger Jahre.
Damals war grosse Politik noch zum Anfassen, was half Begeisterung zu wecken.
Aber auch die "kleine" grosse Politik war mit Aktionen durchsetzt, ueber die man heute in der Erinnerung schmunzeln kann, die aber damals unser Leben bestimmten. Absetzung des (ersten SPD-) Buergermeisters, Besetzung der KWV-Nachfolgeorganisation (BWT), Stasiueberpruefungen, Bauantragsverfahren mit allen zur Verfuegung stehenden Hilfsmitteln. Junge, Junge manchmal konnte einem schon Bange werden, auf was man sich einliess. Jedoch fand es Zustimmung bei der Bevoelkerung und die "Totgesagten" kamen in Fahrt. Auch Dank Dir, liebe Karola (Graumann), die Du als unsere Fraktionsvorsitzende das Schiff lange Jahre auf Kurs hieltest und fleissig nach rechts und links austeiltest, wenn es darauf ankam. Aber auch Dank aller anderen Mitglieder, freiwilligen und unfreiwilligen Helfer und Unterstuetzer hat sich die BIT ihren Platz in der politischen Landschaft Teltows erkaempft.
Eines Tages war die Revolution vorbei und die Muehen der Ebene begannen. Und es stellte sich heraus, dass dies schwerer zu bewaeltigen ist, als die Hoehen der Barrikaden zu erklimmen. Nun dauert diese Ebene schon grob gesagt 20 Jahre, und ihr habt sie gestaltet und durchgestanden - und Carola und Detlef, Ihr gestaltet sie immer noch in vorderster Reihe. Dafuer meinen Glueckwunsch und meine Hochachtung. Deshalb will ich auch ein optimistischeres Bild voranstellen und von der BIT als den "Lebendigen" sprechen. Nicht umsonst ist das Markenzeichen der Marienkaefer, der alle Jahre wieder auf der Bildflaeche erscheint, auch wenn der Winter sonst wie lang und schwer war.

Ich wuensche euch eine schoene Feier, hoffe auf ein paar Bilder und stosse aus der Ferne auf die 20 Jahre an. Voran zum 25.

Klaus (Krämer) aus Moskau


Nach der Einnahme des Abendessens, das in bewährter Weise wieder durch die Mitglieder und Freunde als rustikales Grill-Bufett gestaltet war, ließen etliche Teilnehmer Erlebnisse aus der "Gründerzeit" der B.I.T. Revue passieren, wobei durch das Einstreuen von Fragen zu vergangenen konkreten Anlässen, Themen oder statistischen Parametern aus dieser Zeit ein jeder Gast aufgefordert war, unter Wiedergabe einer Anekdote oder anderer schon fast vergessener Fakten die sehr erfrischende Diskussion zu bereichern. Als ein beredtes Beispiel über die sich ändernden Bedingungen und Möglichkeiten in der Arbeit der B.I.T. wurden z.B. verschiedene Wahlplakate, von denen jedes Exemplar mit einer eigenen Geschichte verknüpft ist, präsentiert und nicht ohne Schmunzeln gemeinsam begutachtet (das Plakat zur ersten Freien Wahl 1990). So lernten vor allem die noch nicht so lange in der B.I.T. engagierten Neulinge vieles zur Geschichte der Wählergemeinschaft, was sie hoffentlich beflügelt, auch in Zukunft all ihre Kraft für das Bestehen und den weiteren Erfolg einzubringen.

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte die Vorsitzende allen Mitgliedern und Freunden der B.I.T. als kleines Andenken das Maskottchen - unseren Marienkäfer - in Form eines paktischen Bldschirmreinigers.

Resümierend kann man festzustellen, dass die Veranstaltung zum 20jährigen Bestehen der B.I.T. sehr angenehm war und vielen Gästen - vor allem denen, die noch nicht so lange dabei sind - erst so richtig ins Bewusstsein gerückt wurde, welch immenses Arbeitspensum durch unsere relativ kleine Wählergemeinschaft in den vergangenen Jahren für unsere Kommune Teltow ehrenamtlich geleistet wurde. Vor allem aber sollte dieses Fest allen den Menschen, die auf dem Wege zu diesem Geburtstag wichtig waren und sind, erneut ein großes Dankeschön sagen - denn mutige, streitbare und aufrechte Menschen sind und bleiben weiterhin unser wichtigstes Kapital !

Abschließend einige Schnappschüsse von der gelungenen Veranstaltung:


v.l.:   Alt-BM S. Kluge, J. Rambusch,
R. Schröder, Dr. Richter, M. Müller und Frau

v.l.:  U. Bindemann, P. Muggelberg und Frau,
K. Graumann, M. Müller, Dr. Kudlek

v.l.: Dr. Nicksch-Kasdorf, Dr. D. Fanter, K.-P. Weis,
v.r.: Alt-BM S. Kluge, J. Rambusch,  W. Busold

K. Graumann in Aktion


J. Rambusch in Aktion

Das erste B.I.T.-Plakat 1990

S. Kluge in Aktion


Vorsitzende Dr. C. Fanter überreicht die Maskottchen
         

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