Was kann sich Teltow noch
leisten ? (30.12.2004)
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Personalstruktur der Verwaltung noch nicht optimal - Stärke der Berufsfeuerwehr erneut auf dem Prüfstand
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Wichtigste Investitionen bleiben Kuppelmayr´sche Siedlung und
Straßenbau
- 1. Nachtragshaushalt 2004 gegen die Stimmen der CDU
befürwortet
- Trotz Schwierigkeiten Sportplätze an den Grundschulen I und II
endlich fertiggestellt
- 1. Spatenstich für Ostspange am 20.09.2004
- Haushaltsdebatte 2005 - Flitzerblitzer und Schulsanierung !
- Das immer neue Bauen auf der grünen Wiese stoppen !
Alles in allem zeigt die schwierige Finanzlage der Kommunen auch in Teltow Wirkung !! Deshalb wurde der Nachtragshaushalt 2004 in den Ausschüssen ebenso heiß diskutiert. Eine Sondersitzung des Finanz-Ausschusses am 9.6.2004 sollte darüber erste Klarheit bringen, welche mittelfristigen Prioritäten die Stadt finanziell setzen kann und muss. Den Abgeordneten wurden die gegenwärtigen und kommenden Belastungen bis 2030 (!?) - allerdings mit nur schwer durchschaubaren und nachzuvollziehenden Ansätzen - verdeutlicht. Insbesondere beim Abschluss einer Verpflichtungsermächtigung über 4,8 Mio ¤ zur Sanierung der Kuppelmayr´schen Siedlung bekamen CDU und SPD zunehmend kalte Füße, "da der finanzielle Spielraum der Stadt dann auf Jahre beschnitten würde." Alle Abgeordneten waren sich aber einig, dass ein Projekt nicht wegen eines anderen auf der Strecke bleiben soll ! Über die Höhe der Fördermittel des Landes für die Sanierung der Kuppelmayr´schen Siedlung verhandelte der Bürgermeister, Ergebnisse dazu wurden allerdings bisher nicht bekannt. Auf einer weiteren Sondersitzung des Finanz-Ausschusses am 28.07.2004, zu der die Fraktionen um Vorschläge zu Finanzierungsmodellen gebeten wurden, konnte der 1. Nachtragshaushalt dann für den Beschluss durch die SVV am 11.08.2004 vorbereitet und gegen die Stimmen der CDU befürwortet werden. Nachdem es der CDU nicht gelungen war, per Antrag (DS 146/2004) die Beschlüsse zur Kuppelmayr´schen Siedlung zu kippen, wurde auch der Nachtragshaushalt (DS 103/2004) mit klarer Mehrheit auf der 9. SVV am 11.08.2004 verabschiedet. Zusätzlich konnte in der Vorbereitungsphase erreicht werden, durch die gekürzte Kreisumlage eine Summe von 400 T¤ vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zu überführen, so dass die Stadt nach den Worten des Bürgermeisters nun einen "gut ausgeglichenen Haushalt" vorweisen konnte.
Schließlich gab es auch
einmal positive Ergebnisse zu vermelden: Der Schulhof mit neuer Sportanlage als
zweiter Sanierungskomplex an der
Grundschule I sowie der Sportplatz an der Grundschule II wurden nach
ihrer fast einjährigen Sanierung aus Eigenmitteln der Stadt
(700 T¤ für die GS I / 920 T¤ für die GS II) endlich wieder
eröffnet.
Eine moderne Flutlichtanlage und
Kunstrasen sorgen auf dem am 2.6.2004 übergebenen Sportplatz an der GS II dafür,
dass der Platz nicht nur vormittags durch
die Schule sondern auch nachmittags und abends durch den
Teltower Fußballverein 1913 e.V. intensiv genutzt wird.
Wir wünschen uns mit der Schuldirektorin noch eine ausgewogenere
Nutzung, so dass der Platz auch nachmittags häufiger durch die
Schüler
genutzt werden kann. Die Freude über den sanierten
Sportplatz kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich
der Schulhof der GS II in einem
katastrophalen Zustand befindet. Wie der Förderverein zur SVV am 16.06.2004 anmahnte, wird bereits seit 1998 auf diesen
Unfallschwerpunkt hingewiesen, was der Bürgermeister kleinlaut
bestätigen musste. Besonders
prekär ist die Situation dadurch, dass es sich um eine sehr gut
besuchte und die Integrationsschule der Region handelt. Auf Grund der angespannten
Finanzsituation wurde dieses Thema aber mit der Planung 2005
aufgegriffen. Erste
konzeptionelle Ideen wurden auf der Sitzung des Sozialausschusses am
27.09.2004 durch die Potsdamer Planungsgruppe "Grün der Zeit"
vorgestellt, wobei die Schulhofentwässerung als größter Posten mit
ca. 150 T¤ zu Buche schlägt.
Während der Förderverein der Schule
auf eine schnelle Realisierung der Maßnahmen und Beteiligung an der
Planung dringt - ein Sponsorenlauf der Schule hierfür erbrachte allein
11 T¤ -, wird das gesamte,
überaus notwendige Projekt in mindestens zwei Bauabschnitten
in den kommenden Jahren realisiert werden können.
Da die Schulsanierung schon seit Jahren ein wichtiges Anliegen für
die B.I.T. ist, wird sie sich hierfür auch verstärkt engagieren. Wir
plädieren mit SPD und FDP sogar dafür, dass es möglich sein sollte, die
gesamte Schulhofsanierung über den Nachtragshaushalt 2005, wie durch
den Stadtkämmerer vorgeschlagen, zu erledigen (MAZ vom 03.12.2004).
Zum Schulhof der GS I, der am
4.6.2004 übergeben und eingeweiht wurde, gehören eine kleine
Leichtathletik-Anlage, ein Kleinsportfeld und eine Gymnastikwiese.
Letztere soll zum neuen Schuljahr auch außerhalb der Schulzeiten
genutzt werden. Wir freuen uns
mit der Direktorin, dass sich der Kampf der Lehrer, Eltern und
Schüler um die Sanierung, für die sich die B.I.T. stets
einsetzte, nun zu einem erfreulichen Abschluss gebracht wurde.
Seit
dem 13.10.2004 liegt der Entwurf zum Haushalt 2005 vor. Der
Bürgermeister verkündete, dass keine der vorgesehenen Invest-Maßnahmen
gestrichen wurde. Derzeit befindet sich der neue Haushalt in der
abschließenden Diskussion, nachdem die Fraktionen und Ausschüsse
darüber beraten haben. Die Verabschiedung des Haushalts 2005 ist für
die SVV am 12.01.2005 vorgesehen.
Der Verwaltungshaushalt
schlägt in der Planung mit 18,8 Mio ¤ zu Buche, während der
Vermögenshaushalt einen Umfang von 9,9 Mio ¤ hat. Im Rahmen des Etats
sind eine Kreditaufnahme von 3,0 Mio ¤ und eine Entnahme aus der
Rücklage von rund 2,5 Mio ¤ vorgesehen.
Ein Blick in den Satzungs-Entwurf
zeigt, dass man sich offensichtlich bemüht, brennende Probleme wie
z.B. die noch ausstehenden Schulsanierungen stärker im Vermögenshaushalt zu
berücksichtigen. Während für die (Noch-)Real-Schule 442 T¤ eingeplant sind (Fassadenanstrich, Fensteraustausch und Dachsanierung), soll die (Integrations-)Grundschule II 512 T¤ (Fassade, 1. Ausbaustufe des Schulhofes und dringende Brandschutzmaßnahmen) erhalten.
Für Straßenbaumaßnahmen, von denen die Projekte "Ostspange", "An den Lindbergen" und "Rad-/Gehweg Mahlower Straße" die wichtigsten sind, und für die Baumaßnahmen im Altstadtgebiet (einschließlich Kuppelmayr´scher Siedlung) sollen je rund 2,5 Mio ¤ aus dem Stadtsäckel bereitgestellt werden. Zwischenzeitlich
sorgte allerdings die Summe von 1,5 Mio ¤ allein für die Sanierung des Viertels
"An den Lindbergen" im Bau-Ausschuss am 30.11. für Aufregung, da die
SPD von der Plansumme trotz der zu erwartenden Einsparungen gemäß Beschluss 03/12/2004 nur um 100 T¤ herunter gehen wollte.
Der vorgesehene Bolzplatz am Marienfelder Anger für knapp 90 T ¤, der durch die Lokale Agenda angeregt wurde und auch Bestandteil des Grünordnungsplanes I ist, führte im Bau-Ausschuss am 30.11.2004 ebenfalls zu kontroversen Diskussionen über den Standort. Obwohl
sich alle Fraktionen für einen solchen Platz aussprachen, muss über
den konkreten Standort noch endgültig befunden werden. Wir unterstützen dabei den Vorschlag der PDS (MAZ vom 02.12.2004), in diese Entscheidungsfindung unbedingt auch das neu gegründete Teltower Jugendparlament einzubeziehen !
Auch in Zukunft wird der Bedarf an infrastrukturellen Maßnahmen (Schulen, Kitas, Straßen, Feuerwehr, Bibliothek) hoch
bleiben, denn es gibt zum einen nach wie vor einen erheblichen
Nachholebedarf - vor allem beim Straßenbau und der Begrünung - und zum
anderen durch das stetige Bevölkerungswachstum den Bedarf an
notwendigen Einrichtungen, die die Stadt vorhalten muss - z.B. Kitas
und Schulen. Dabei wird es auch nicht ausbleiben, dass
Gebührenerhöhungen z.B. für Leistungen der Feuerwehr, die Bibliotheksnutzung und städtische
Räumlichkeiten notwendig werden. Im Gegensatz zur CDU plädierten PDS
und B.I.T. allerdings für moderate Erhöhungen von Gebühren, die z.B. in der
Bibliothek dann vor allem säumige Nutzer treffen sollten (MAZ vom
04.12.2004).
In diesem Zusammenhang wurde wiederum auch das Thema "Personelle Ausstattung der Berufs-Feuerwehr" diskutiert
(MAZ vom 03.12.2004). Inzwischen sind sich alle Kontrahenten darüber
einig geworden, dass im Rahmen der Neuordnung des Brandenburger Brand-
und Katastrophenschutzes dringend eine Einschätzung zur Gefahrenabwehr
("Gefahrenabwehrbedarfsplan") in unserer Region angefordert werden
muss, "damit die ewigen Diskussionen aufhören" (Zitat Teltower Wehrleiter).
Den Wohnraumbedarf, den unsere Stadt dank "großzügiger" Investorenunterstützung in der Vergangenheit im Überfluss bedienen kann, stellt dagegen kein Problem dar. Das Angebot führt sogar dazu, dass es inzwischen großflächige Invest-Ruinen bzw. nicht oder nur schwach genutzte Bauflächen
gibt. Man musste sich deshalb ernsthaft fragen, wieviele neue
Wohnungsbauflächen Teltow nun eigentlich noch benötigt bzw. verkraften
kann, als im Bauausschuss (BA) am 26.10.2004 über das Anliegen eines
neuen Investors beraten wurde, ein neues Wohngebiet auf dem Gelände der ehemaligen GPG "Immergrün" an der Ruhlsdorfer Straße zu errichten. Mit knappem Ergebnis
- die B.I.T., die dieses Anliegen prinzipiell wie auch vor Jahresfrist die bekannteste
Invest-Ruine Mühlendorf ablehnte, ist durch die neue Zusammensetzung
des BA nicht mehr stimmberechtigt - wurde die
Prüfung des Areals zur Realisierung von Wohnbebauung empfohlen, obwohl
es im Flächennutzungsplan der Stadt als "Fläche für Maßnahmen zum
Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft"
ausgewiesen ist (MAZ vom 28.10.2004). Dass diese Brache
unbedingt einer Verwendung zugeführt werden sollte, steht außer Frage;
aber dass dort schon wieder versiegelte Wohnflächen entstehen sollen,
ist nicht vertretbar, denn in unmittelbarer Nähe entsteht auf der ehemaligen GUS-Fläche bereits ein Wohnviertel mit weiteren 65 Wohneinheiten ! Die
B.I.T. trat deshalb mit dafür ein, dass es nicht zu diesem neuen
Wohngebiet kommen wird - und schließlich wurde der entsprechene Antrag zur 12.
SVV am 17.11.2004 (DS 230/2004) abgelehnt.